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Drei statt vier statt 16

Die Giant Pool Balls gehören heute zum Aasee wie die Tretboote, die auf ihm unterwegs sind. Warum es ursprünglich 16 Kugeln sein sollten und dann vier hätten sein können…

Es war im Jahr 1977 als die damals erste Skulptur-Projekte-Ausstellung in Münster stattfinden sollte. Mehrere große Kunst-Projekte im ganzen Stadtgebiet wurden dafür geplant und umgesetzt. Eine der Ideen kam von dem amerikanischen Popart-Künstler Claes Oldenburg. Er wollte insgesamt 16 gigantische Billardkugeln über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Grundsätzlich fand die Idee Anklang bei den Organisatoren, doch 16 Kugeln – das war einfach zu teuer. So wurde – schlicht aus Kostengründen - aus dem kompletten Billardset nur das Dreiergespann am Aasee. Und das sorgte schon für ausreichend Unmut in der Münsteraner Bevölkerung, die den drei Beton-Giganten so gar nichts abgewinnen konnte.

Wenige Wochen nach der Aufstellung kam es gar zu einer kleinen Revolte – eine Gruppe von fast 200 Menschen rückte den Giant Pool Balls mit Gerätestangen und Bohlen zu Leibe – mit magerem Ergebnis allerdings. Gerade mal eine der Betonkugeln kippte aus der Verankerung, aber das war es auch schon. 

Im Laufe der Zeit machten die Münsteraner ihren Frieden mit den Giant Pool Balls und heute sind sie längst beliebtes Fotomotiv und nicht mehr weg zu denkender Bestandteil des Aasees. Für weitere Geschichten gaben sie jedoch immer wieder Anlass. So hat es beispielsweise gar eine vierte Kugel gegeben. Die Betonfirma Borchard bot sie der Stadt 1981 als Geschenk an. Diese Kugel ist dann allerdings unter nicht näher bekannten Umständen verschwunden. Das letzte Foto stammt von 1986.