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Verfall und „Recycling“ einer Burg

Wie aus der größten Höhenburg Norddeutschlands ein Steinbruch wurde...

Um 1100 ist es vermutlich gewesen, als die Tecklenburg entstand – an einem strategisch extrem günstig gelegenen Ort, einer Ost-West-Verbindung, auf der zahlreiche Reisende und Händler unterwegs waren. Rund 100 Jahre später war die Tecklenburg wahrscheinlich die schönste und größte Höhenburg Norddeutschlands.

Mitte des 13. Jahrhunderts starben die Grafen von Tecklenburg aus und von nun an unterstand die Tecklenburg wechselnden Herrscher, bis schließlich 1707 Tecklenburg an Preußen fiel und seine Souveranität endgültig verlor. Zu diesem Zeitpunkt stand es schon nicht mehr gut um die Tecklenburg, die in erbärmlichem Zustand war.

Von Preußen wurden viele Versuche unternommen, die Tecklenburg zu einer wehrhaften Festung auszubauen, zahlreiche Mauerreste der Verteidigungsanlagen zeugen bis heute davon. Schließlich wurden die Versuche jedoch aufgegeben und die Tecklenburg wurde 1744 als Steinbruch freigegeben und verfiel so allmählich zur Ruine.

Fragmente der Burg sind um ganz Tecklenburg verstreut verbaut. So stammt der prächtige Renaissance-Kamin des Tecklenburger Hotels Drei Kronen aus der Burg, wie auch das Dekor der Brückenpfeiler des Haus Marcks, auch das Tecklenburger Gefängnis wurde aus Steinen der Burg errichtet.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besann man sich erstmals auf die Prinzipien des Denkmalschutzes, ließ den stetigen Abriss stoppen und versuchte, die bestehenden Überreste zu konservieren.  Seit 1949 ist die Tecklenburg, deren Burghof inzwischen 2300 Sitzplätze umfasst und deren Bühnentechnik professionelle Musicalaufführungen ermöglicht, Spielstätte der Freilichtspiele Tecklenburg.


Ort

Burgruine Tecklenburg
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